Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) |
||
| Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), auch Alhorn, Elder, Ellhorn, Eller, Flieder, Fliederbeerbusch, Hölder, Holder, Holderbaum, Holderbusch, Holler, Hollunder, Kelkenbusch, Keiseken genannt, ist ein Strauch aus der Gattung der Holunder (Sambucus).
Seine FrĂŒchte bezeichnet man auch als Fliederbeeren, was auf seinen lange in Deutschland gebrĂ€uchlichen Namen "Flieder" zurĂŒckzufĂŒhren ist, der erst spĂ€ter auf den heutigen Flieder (Syringa) ĂŒberging. Der Name Holunder leitet sich möglicherweise aus der nordischen Mythologie ab, wo der Strauch mit der UnterweltGöttin Frau Holle (vgl. Hel) in Verbindung gebracht wurde (umstritten). Alternative Vorschlaege verweisen auf "hohl", da sich das Mark leicht entfernen lĂ€sst. |
![]() Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) |
|
| Beschreibung
Der Schwarze Holunder ist ein zwei bis zu 6 Meter hoher Strauch mit starker Verzweigung. Die Zweige des Holunders sind oftmals bogenartig ausladend und von graubrauner Farbe. Sie sind ĂŒbersĂ€t mit Lentizellen, die als hellere Erhebungen ins Auge fallen, und ausgefĂŒllt mit weiĂem, fast schaumpolystyrolartigem Mark. Die dickeren Ăste sowie der Stamm haben eine lĂ€ngsgefurchte graubraune, korkartige Borke. Der Holunder ist ein Flachwurzler mit weitreichendem Wurzelwerk. Die gegenstĂ€ndigen LaubblĂ€tter sind fein gesĂ€gte und unpaarig gefiedert. Die einzelnen Blattfieder sind etwa 30 Zentimeter lang und bestehen aus meist fĂŒnf oder sieben EinzelblĂ€ttern, die elliptisch und am Rand gesĂ€gt sind; diese sind jeweils bis etwa 12 Zentimeter lang. Die BlĂ€tter entwickeln sich etwa im MĂ€rz oder April des Jahres. Ab Juni bis in den Juli erscheinen am jungen Holz bis zu 30 cm groĂe, flache Schirmrispen aus vielen EinzelblĂŒten. Ihr frischer, fruchtiger Duft ist unverwechselbar und typisch fĂŒr den Holunder. Die weiĂen oder leicht gelblichen BlĂŒten sind in der Regel fĂŒnfzĂ€hlig. Sie besitzen entsprechend jeweils fĂŒnf KelchblĂ€tter, fĂŒnf miteinander verwachsene KronblĂ€tter, fĂŒnf freie StaubblĂ€tter mit gelben Staubbeuteln und drei miteinander verwachsene FruchtblĂ€tter, die spĂ€ter in der Frucht drei Kerne bilden. Ein kleinerer Teil der BlĂŒten ist jedoch auch vierzĂ€hlig. - (Ăbrigens: Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, riecht es auch leicht nach den BlĂŒten; so kann Holunder auch einfach erkannt werden, wenn er keine BlĂŒten oder FrĂŒchte trĂ€gt.) Im August und September beginnen die anfangs roten, spĂ€ter schwarzen Vitamin-C-reichen, ungefĂ€hr sechs Millimeter groĂen âBeerenâ (eigentlich SteinfrĂŒchte) zu reifen, mit jeweils drei Samen und burgunderrotem Saft, der aus Textilien kaum auswaschbar ist. WĂ€hrend diese FrĂŒchte reifen, fĂ€rben sich auch die Stiele, an denen sie sitzen, rötlich. Die Beeren sind nach dem Abkochen oder VergĂ€ren essbar, da das vor allem in den grĂŒnen Teilen der Pflanze enthaltene Sambunigrin, das BlausĂ€ure abspaltet, so abgebaut wird. Die Pflanze kann etwa 25 Jahre alt werden. Vorkommen Der Schwarze Holunder ist eine der in Mitteleuropa hĂ€ufigsten Straucharten. Ebenfalls anzutreffen ist er in Westsibirien, dem Kaukasus, Kleinasien, und sogar Nordafrika. Von Vorteil dafĂŒr ist sicher seine Robustheit und Anspruchslosigkeit. Holunder ist ausgesprochen frosthart und gedeiht gut im Halbschatten auf Unkraut- und Ruderalfluren, Waldlichtungen oder an WegrĂ€ndern, schĂ€tzt jedoch insbesondere mittelschwere bis sandige, stickstoffreiche und frische, schwach saure Lehmböden. In den Alpen ist er bis in die mittlere Gebirgslage von etwa 1500 Metern NN anzutreffen. Neben wilden Vorkommen findet sich der Holunder auch in Kultur, seit Mitte der 1980er Jahre in wieder zunehmender Zahl. Ein Anbaugebiet fĂŒr Holunder ist die Oststeiermark. Es existieren einige Sorten, die zu unterschiedlichen Zwecken selektiert wurden. Quelle: www.wikipedia.de |
||

