Arboretum Buddenberg

Europäische Eibe (Taxus baccata)

 
Die Europäische Eibe (Taxus baccata), auch Gemeine Eibe oder nur Eibe genannt, ist die einzige europäische Art in der Gattung der Eiben (Taxus). Sie ist ein kleiner Baum oder Strauch und kann ein sehr hohes Alter erreichen.


Vorkommen

Die Europäische Eibe hat ein Verbreitungsgebiet von Nordwestafrika über Europa, Kleinasien bis in den Kaukasus und Nordiran. Ihr Vorkommen wird durch ihre geringe Frosthärte begrenzt.

Blätter und Arillus der Europäischen Eibe (Taxus baccata)
 
Sie steigt in den Bayerischen Alpen bis 1350 Meter NN, im Wallis bis 1600 Meter NN. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche, oft basische Böden in ozeanischer, feuchter Klimalage. Sie kommt in schattigen Buchen-, Tannen- und Edellaubholzmischwäldern vor. Sie findet sich heute wegen früherer Übernutzung und Verfolgung oft nur noch in unzugänglichen Schluchtwäldern und an Steilhängen. Weitere Gründe für die Seltenheit der Eibe sind die Umstellung der Forstwirtschaft von plenterartigen Eingriffen zur schlagweisen Wirtschaft, die die langsamwachsende, gegen plötzliche Freistellung empfindliche Eibe benachteiligt, und der starke Wildverbiss. In Deutschland steht sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Die Europäische Eibe ist in Europa selten, da sie oft als „Unholz“ und Pferdegift bekämpft wurde. Als einzige europäische Nadelholzart besitzt die Eibe ein gutes Ausschlagsvermögen. Eiben wachsen langsam, ertragen dabei aber viel Schatten (bei weiter verringerter Wuchsleistung). Alter von über 1000 Jahren sind verbürgt, einzelne Exemplare sollen über 2000 Jahre alt sein.



Beschreibung


Die Europäische Eibe erreicht Wuchshöhen von 10 bis 18 Meter und Stammdurchmesser bis 0,5 Meter, selten auch darüber. Sie ist häufig mehrstämmig und die einzelnen Stämme verwachsen oft zu einem Komplexstamm. Sie besitzt eine dünne grau- bis rotbraune Schuppenborke. Die oberseits dunkelgrünen Nadeln sind 1,5 bis 3,5 Zentimeter lang und 2 Millimeter breit; die Unterseite ist hellgrün.

Eiben sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch): männliche und weibliche Blüten befinden sich auf unterschiedlichen Bäumen. Wie alle anderen Arten aus der Familie der Eibengewächse (Taxaceae), aber im Unterschied zu den meisten anderen Nadelgehölzen, bilden sie keine verholzenden Zapfen, sondern ein beerenartiges Gebilde um den Samen herum. Bis auf diesen Samenmantel (Arillus), der becherartig den Samen umgibt, sind alle Pflanzenteile stark giftig.

Die Blütezeit liegt von März bis April; die Samen reifen von August bis Oktober. Die Samen liegen über und keimen erst im zweiten Frühjahr. Die Samenverbreitung erfolgt durch Vögel, die vom süßen Arillus angelockt werden. Um keimfähig zu werden, müssen die Samen einem bestimmten Säuregrad ausgesetzt werden; dies geschieht normal im Vogeldarm, die Samen werden keimfähig ausgeschieden.


Giftigkeit

Bis auf den Samenmantel (Arillus), der becherartig den Samen umgibt, sind alle Pflanzenteile stark giftig. Holz, Rinde, Nadeln und der Samen enthalten verschiedene Alkaloide. Schon 50 bis 100 Gramm können beim Menschen zu tödlichen Vergiftungen führen, für Pferde sind geringe Mengen der Nadeln tödlich. Wiederkäuer dagegen nehmen keinen Schaden durch den Fraß an Eiben: Für das Schalenwild sind Eibennadeln ein wohlschmeckender und ungefährlicher Leckerbissen.

Quelle: www.wikipedia.de

Desweiteren befinden sich im Buddenberg-Arboretum die Züchtungen Gelbe Adlerschwingeneibe (Taxus baccata `Dovastoniana Aurea´) und Gelbe Säuleneibe (Taxus baccata `Fastigiata Aurea´).